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13.10.2014

Volle Strommarktöffnung ab 2018

Am vergangenen Mittwoch hat der Bundesrat entschieden, die volle Strommarktöffnung einzuleiten. Für diesen Schritt bedarf es eines Bundesbeschlusses (durch National- und Ständerat), der zudem dem fakultativen Referendum untersteht (Art. 34, Abs. 3 StromVG). Da es sich nach Ansicht des Bundesrats um ein ebenso wichtiges wie heikles Geschäft handelt, eröffnet er vorab ein Vernehmlassungsverfahren. Interessierte Kreise haben somit die Möglichkeit, bis am 22. Januar 2015 ihre Meinung zum bevorstehenden Beschluss einzureichen.


Formell geht es eigentlich lediglich darum, den Artikel 6 (sowie Teile der Art. 13 und 29) des StromVG ausser Kraft zu setzen und an dessen Stelle Artikel 7 und Artikel 13 Absatz 3 Buchstabe b in Kraft zu setzen. Wir ersparen unseren Kundinnen und Kunden die Juristerei, die hinter diesen Änderungen stehen im Detail darzulegen und konzentrieren uns darauf, was dieser Schritt für sie für eine Bedeutung hat:

  • Vorab ist anzumerken, dass der Bundesbeschluss dem fakultativen Referendum untersteht. Wir gehen derzeit davon aus, dass dieses nicht zustande kommt, bzw. bei einer Abstimmung das Volk die volle Marktöffnung annehmen dürfte.
  • Dies vorausgesetzt wird das geänderte StromVG am 1. Januar 2017 in Kraft treten.
  • Alle Stromkunden (Verbrauchsstätten) mit einem Jahreskonsum von über 100'000 kWh – also auch solche, die noch in der Grundversorgung sind – werden ab 2017 zwingend im Markt stehen.
  • Stromkunden mit weniger als 100'000 kWh Jahresbedarf, können per 1. Januar 2018 erstmals in den freien Markt wechseln. Sie haben jedoch die Möglichkeit, zu einem späteren Zeitpunkt wieder in die „abgesicherte Grundversorgung“ zurückzukehren.
  • In der abgesicherten Grundversorgung gelten – im Gegensatz zu heute – für die Energie nicht mehr die Gestehungskosten, sondern marktnähere „angemessene Vergleichspreise“.
  • Auf Verordnungsstufe sind verschiedene Anpassungen vorgesehen, um den Lieferantenwechsel, insbesondere auch für kleinere Endkonsumenten, zu vereinfachen. So werden z.B. die Anforderungen an die Messstellen vereinfacht (Standardlastprofile für Kleinkonsumenten).


Was heisst das für unsere Kundschaft?

Wir sehen folgende Auswirkungen für unsere Kundinnen und Kunden: 

  • Für alle Verbrauchsstätten mit mehr als 100'000 kWh muss die Energie ab 2017 im Markt beschafft werden. Wir empfehlen dringend, sich mit diesem Thema rechtzeitig auseinander zu setzen, zumal der Markt derzeit liquid und attraktiv ist.
  • Ab 2018 können dann auch diejenigen Verbrauchsstätten in einen Firmenpool integriert werden, die weniger als 100 MWh verbrauchen (Gesamtpool für eine Firma).

Bei einer vollständigen Marktöffnung sollte auch das Stromabkommen mit der EU umsetzbar sein, was zu einer besseren Integration der Schweiz in den EU-Markt führt. Dadurch könnten einerseits auch ausländische Stromlieferanten bei uns richtig Fuss fassen. Zudem würden grenzüberschreitende Pools ermöglicht.